7 Tage zuckerfrei, vegan und glutenfrei – kurz: Teefasten

Vor ein paar Wochen erzählte mir eine Freundin, dass sie das letzte Jahr in einer Gruppe gefastet hat und dabei ausschließlich Tee und Wasser zu sich nahm. In mir löste das große Bewunderung aus, Ehrgeiz es ihr gleich zu machen kam auf, als auch Angst davor was ich wohl dabei durchleben würde. Mein primäres Ziel bei dem Fasten war es die Erfahrung zu machen, zu schauen wie Körper und Geist auf diese völlig unbekannte Situation reagieren. Meine größte Angst war es, dass ich es vom Hungergefühl und Appetit kaum aushalte und mir die Energie im Alltag fehlt. Wie sich herausstellte, stand das nicht im Vordergrund. Zudem habe ich bei dem Infoabend zur Fastenwoche von dem begleitenden Arzt, als auch über eine Doku von Arte einiges über den Nutzen und Sinn zum Fasten gelernt:

  • Der Körper und vor allem der Darmtrakt wird auf “Null” zurückgesetzt, das bedeutet dass sich das Verdauungsorgan komplett erholen und regenerieren darf. Dabei wird die Darmflora erheblich abgebaut, probiotische (gute) und pathogene (schlechte) sinken erheblich und werden ausgeschieden. Nach der Fastenkur ist dann die perfekte Gelegenheit seine gute Darmflora zu stärken, indem probiotische Lebensmittel, oder Probiotika konsumiert werden.
  • Fasten erhöht bei Krebs die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Chemotherapie ¹
  • Schwermetalle, die der Körper in Fettzellen lagert können abgebaut werden ²
  • Leber, Niere können sich von Giftstoffen befreien ²
  • die Haut wird klarer und reiner ²
  • das Imunsystem wird tiefgründig erneuert ³
  • Fett wird abgebaut
  • unsere Vitamin- und Mineraldepots reichen vollkommen aus und rutschen während des Fastens nicht in einen kritischen Bereich ⁴

Im Endeffekt haben wir uns zu dritt für das geführte Fasten, geleitet von einem Arzt, angemeldet. In einer Gruppe à 10 Personen trafen wir uns täglich und haben uns über unser Wohlbefinden unterhalten, konnten medizinische Fragen stellen und uns natürlich gegenseitig motivieren 😉

Doch hat das ganze nicht einen Haken, gibt es Nebenwirkungen? Wenn man der traditionellen Schulmedizin zuhört, dann wird man nicht viel Zuspruch erhalten. Zum einen liegt das an der mangelnden Forschung in diesem Gebiet (die erst in den letzten Jahren, in den westlichen Ländern zugenommen hat). Weiterhin gibt es Interessenverbände, wie der Pharmalobby, die kein zu hohes Interesse daran haben Fasten als alternative Heilmethode zu unterstützen.

Nebenwirkungen*:

  • die Muskelmasse wird anfangs ebenfalls während des Fastens abgebaut (mit ausreichend Bewegung kann man dem aber entgegenwirken) ³
  • während der ersten drei Tage können Entzugserscheinungen, einhergehend mit der Entgiftung des Körpers, wie Kopfschmerzen, sogar Migräne, Gefühl der Schlappheit oder andere körperliche Beschwerden auftreten ³
  • auch unser Unterbewusstsein “entmüllt” sich, Ereignisse oder Dinge, die uns tief beschäftigen, oder noch nicht ganz geheilt sind, können ins Bewusstsein treten. Es kann gut sein, dass bedrückende Träume einen einholen, die es bewusst wahrzunehmen gilt, damit sie verarbeitet werden können. ³
  • Der Blutdruck sinkt, was ab und an zu Schwindel oder “schwarz werden vor den Augen” führt ⁴

Was gilt es zu beachten, wenn ich mit dem Fasten beginne?*

Falls du in bester Gesundheit bist, spricht prinzipiell nichts dagegen eine Fastenkur alleine durchzuführen. Dennoch empfehle ich aus persönlicher Erfahrung die Fastenentjungferung in einer Gruppe, am Besten angeleitet durch einen Arzt, durchzuführen. Die Gemeinschaft hat mich unheimlich gestärkt und bat Raum mich über meine Erfahrungen mit Menschen auszutauschen, die gerade das gleiche erleben. Falls du trotzdem das Fasten selbstständig durchziehen möchtest, dann solltest du unbedingt darauf achten deinen Verdauungstrakt tgl. zu entleeren. Ein Teelöffel Bittersalz wirkt dabei sehr unterstützend, gehört jedoch nicht zu den Genussmitteln 😉 Die Darmreinigung ist wichtig, damit die Schadstoffe abtransportiert werden können und keine Rückvergiftung durch die sehr Magenschleimhäute geschieht. Denn das gilt es ja gerade zu Vermeiden: die Giftstoffe im Körper zu lassen.

Solltest du gesundheitliche Beschwerden haben oder krank sein, dann sprich unbedingt mit einem Arzt (der dem Fasten prinzipiell offen gegenübersteht) und kläre mit ihm/ihr, ob du Fasten darfst.

Nun möchte ich mit euch teilen, wie es mir in den vergangenen 7 Tagen ging. Da ich sehr besorgt um meine Muskeln war (bin), wirkte ich dem Muskelabbau mit täglichem Krafttraining entgegen.  Ich muss ehrlich gestehen, dass ich anfangs nicht damit gerechnet habe alle Tage durchzuhalten, sondern bereits nach 5 Tagen wieder anzufangen zu essen. Aber lest selbst..

Tag 1:

Die Euphorie ist groß, das Hungergefühl leicht vorhanden, aber es geht mir gut. Im Laufe des Tages werde ich ein wenig schlapper (die Glykosespeicher sind langsam leer) und ein leichter Kopfschmerz begleitet mich für den Rest des Tages.

Tag 2:

Der Sport fiel mir heute schwer und die Power ist nicht so vorhanden wie sonst. Ich freue mich schon jetzt darauf wieder etwas essen zu dürfen, übe mich jedoch in Dankbarkeit, dass jedes Essen mir bald wieder zur Verfügung steht. Der kleine Hunger kommt und geht, kann aber schnell mit Trinken gelöscht werden. Mein heutiges Highlight: selbst gemachte Gemüsebrühe, endlich etwas anderes zu dem Teegeschmack!

Tag 3:

Beim Training hatte ich heute Power, wie lange nicht mehr! Wie auch heute gehe ich gewöhnlich früh, vor dem Frühstück, zum Sport. Anscheinend bin ich nun in der Verstoffwechselung meines Fetts zu Ketonkörpern. Im Vergleich zu Glykose geben diese Ketonkörper mehr Energie und Power, sodass während des Trainings eine höhere Leistung erzielt werden kann.

Tag 4:

Mir ist kalt, Füße bitte werdet warm! Warum müssen es jetzt gerade – 10 ºC in Berlin sein? Bitte provoziere mich nicht, ich mag auch wieder essen!

Tag 5:

Mir geht es nach wie vor gut, aber wieder Essen zu dürfen wird auch wieder super 😉 Ich schlafe Nachts tiefer und habe Nachts absurde Träume. Ich bin jedoch super stolz bereits 5 Tage gefastet zu haben und feiere den Tag mit meinen zwei Freundinnen.

Tag 6:

Heute war mein erster Arbeitstag und der letzte Arbeitstag eines Kollegens, der zwei fette Torten dem Team zur Verfügung stellte. Zudem hat das Büro neben zwei Kaffeemaschinen eine Espressomaschine, Mate bis sie leer ist und einen Korb Obst. Oh Espresso, du musst bis Montag auf mich warten! Ansonsten geht es mir gleichbleibend gut.

Tag 7:

Last day!! Yes! Wir haben es fast geschafft und am letzten Tag kommt mir ebenfalls die Idee “hey, ich könnte jetzt auch noch 3 weitere Tage fasten“. Körperlich gesehen sicherlich kein Ding aber für den Anfang soll es nun erstmal genug gewesen sein. Außerdem ist die Vorfreude auf das Fastenbrechen viel zu groß, wie sehr sehne ich meinen Bratapfel mit Ei herbei. Das wird ein Festmahl!

Fazit:

Ich habe schon wesentlich schlimmeren Hunger in meinem Leben erlebt. Der Magen hat nicht geknurrt, sondern sich nur leicht gemeldet, dass Essen auch ok wäre 😉 Das war wohl mit das größte Aha-Erlebniss. Der Körper weiß es gut zu unterscheiden, ob er hungert,oder fastet. Denn der Unterschied zum Hungern liegt in der Produktion der Magensäfte, die sich darauf vorbereiten Nährstoffe aufnehmen zu können. Beim Fasten wird der Magensaft hingegen immer weniger produziert.

Weiterhin habe ich nicht erwartet, dass die Kälte mich so stark belastet. Ich hatte durchgehend kalte Füße und fühlte mich ausschließlich im Zwiebellook wohl. Ansonsten hatte ich körperlich keine Beschwerden, sondern stand eher Herausforderung seitens meiner Psyche entgegen. Mein größtes Learning dabei war es die Erfahrung gemacht zu haben: “Du kannst auch Mal ohne” und “Es ist genug für alle da”. Nur weil ich jetzt etwas nicht haben kann, bedeutet es nicht, dass ich es nie wieder haben kann und es nur diese einmalige Chance gibt. Diesen Glaubenssatz werde ich definitiv nach der Fastenzeit weiterhin leben und achtsamer sein mit dem was ich konsumiere, sei es kulinarischer oder medialer Art.

Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Bericht euch einen kleinen Einblick in das Fasten geben und freue mich über eure Fragen in den Kommentaren! Oder habt ihr bereits ein Mal gefastet, oder spielt mit dem Gedanken?

eure Caro

♥︎ ♥︎ ♥︎

* Disclaimer: Ich bin keine Ärztin und habe keine Ernährungsausbildung. Dieser Bericht entstammt alleinig meiner Erfahrung, den Gesprächen mit Dr. Warth, als auch aus den verwiesenen Quellen.

Quellen:

¹ http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0044603 , [Zugriff: 03.03.2018]

² Lützner, M. (2013): Wie neugeboren durch Fasten, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München

³ http://www.epochtimes.de/gesundheit/fasten-erneuert-immunsystem-a1295772.html [Zugriff: 04.03.2018]

⁴ Buchinger, O. (1999): Das Heilfasten und seine Hilfsmethoden als biologischer Weg, Hippokrates Verlag, Stuttgart, 24. Auflage

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.